Tanzeck-Reibn mit Öffis – Hart gefroren, südseitig Firn und eine richtig feine Abfahrt
Startpunkt für diese kleine Reibn war diesmal nicht irgendein Parkplatz im Mangfallgebirge, sondern ganz entspannt der Bahnsteig München Siemenswerke. Ski am Rucksack, Hund an der Leine, Kaffee noch halb warm – so beginnt eine Tour eigentlich schon ziemlich entspannt.
Mit der BOB Richtung Bayrischzell ging’s früh raus aus der Stadt. Ziel: Schliersee. Von dort mit dem Bus weiter Richtung Spitzingsee zur Taubensteinbahn. Öffi-Anreise funktioniert hier erstaunlich gut – kein Parkplatzstress, kein Stau am See.
Mit dabei: meine treue Tourenpartnerin Leika, die schon beim Aussteigen aus dem Bus wusste, dass heute ein guter Tag wird.
Aufstieg Richtung Tanzeck
Vom Bereich Taubensteinbahn / Spitzingsee starteten wir in die noch ziemlich schattige Morgenwelt des Mangfallgebirges. Die Nacht hatte ganze Arbeit geleistet:
Der Schnee war bockhart gefroren. Harscheisen waren definitiv kein Fehler.
Die Spur zog sich auf teils schon sehr ausgeaperten Schneefeldern über kupiertes Gelände Richtung Tanzeck. Typisches Reibn-Gelände: kleine Mulden, kurze Steilstufen, dazwischen immer wieder flachere Passagen, wo Leika locker voraus trabte, während ich mich etwas vorsichtiger über den Harsch hangelte.
Die Aussicht wurde mit jedem Höhenmeter besser:
- hinten die Rotwandgruppe
- Richtung Süden die ersten Blicke zu den Zillertalern
- und rund um den Spitzingsee dieses typische Mangfall-Panorama
In der Sonne begann der Schnee langsam zu arbeiten. Südseitig sah man schon die ersten Firnstreifen, während die Nordhänge noch wie Beton wirkten.
Nach rund 900 Höhenmetern standen wir schließlich oben am Tanzeck – perfekter Brotzeitplatz und Zeit für eine kurze Pause für Mensch und Hund. Für einen Donnerstag war hier auch mal wieder erstaunlich viel los. Bei der aktuellen Lawinensituation aber auch nicht ganz verwunderlich
Die Abfahrt – genau der richtige Zeitpunkt
Die ersten Meter vom Gipfelbereich waren schon mal ein guter Auftakt Sobald wir weiter in die südseitigen Hänge einfädelten, änderte sich das Bild komplett:
Der Schnee hatte genau die richtige Konsistenz erreicht.
Feiner Frühlingsfirn.
Nicht zu weich, nicht zu hart – genau dieses kurze Zeitfenster, für das man im Frühjahr unterwegs ist.
Die Hänge unterhalb des Tanzeck bieten genau das, was man für eine schöne Skitour braucht:
- breite, freie Flächen
- moderates Gefälle
- genug Platz für große Schwünge
Leika zog ihre typischen Hundespuren neben meine Linie, während ich einen Firnschwung nach dem anderen setzen konnte. Genau diese Momente sind der Grund, warum man früh aufsteht.
Weiter unten wurde der Schnee wieder etwas wechselhaft – Firninseln, dazwischen noch harte Passagen –, aber insgesamt blieb die Abfahrt richtig lohnend.
Rückweg
Über das wellige Gelände ging es schließlich zurück Richtung Taubenstein / Spitzingsee. Die Sonne stand mittlerweile hoch, der Schnee wurde langsam weicher.
Am Spitzingsee angekommen hieß es wieder:
Ski an den Rucksack, Hund schüttelt den Schnee aus dem Fell und rein in den Bus zurück nach Schliersee. Der Bus fährt dann aber interessanterweise nur bis zum vorgelagerten Bahnhof Neuhaus. Hier gabs aber tollen Kuchen der die einstündige Wartezeit etwas versüsste. Leika hat hier auch gleich noch für neue Bekanntschaft gesorgt. Von dort mit der Bahn wieder Richtung München Siemenswerke.
Fazit
Eine richtig schöne Frühjahrstour im Mangfallgebirge:
- 900 hm
- perfekte Öffi-Anreise
- morgens Harsch, später Firn
- und eine Abfahrt, die genau im richtigen Moment erwischt wurde
Die Tanzeck-Reibn ist vielleicht kein großer Klassiker, aber genau das macht sie so charmant: abwechslungsreiches Gelände, tolle Aussicht und bei guten Bedingungen richtig schöne Firnhänge.
Und Leika?
Die hat auf der Heimfahrt im Zug komplett durchgeschlafen.
Ein ziemlich gutes Zeichen für eine gelungene Tour.






